Eintracht siegt 2:0 – Saisonauftakt gelungen

Vor nur 18.550 Zuschauern besiegt Aufstiegskandidat Eintracht Braunschweig den FC Heidenheim durch ein Eigentor von Wittek, der einen Reichelschuss abfälschte, und einen Treffer von „Hamster“ Mirko Boland verdient mit 2:0. Für die Eintracht darf der Saisonauftakt damit als gelungen bezeichnet werden, während der der Gäste nach dem Spielabbruch am ersten Spieltag noch viel Platz nach oben hat.

Mit großem Interesse beobachteten die Zuschauer, mit welchem System Eintrachts Trainer Torsten Lieberknecht seine Löwen loslässt. Offiziell war es ein 3-4-3, in der Praxis war es allerdings eher ein Wechselspiel zwischen 3-4-3, 4-4-3 und 5-2-3. Damit war so oder so – klar, dass die Eintracht die Partie offensiv gestalten wollte, ohne den Gästen eine offene Defensive präsentieren zu wollen. Eine Taktik, die letztlich auch aufging. Das Heidenheimer 4-1-4-1-System war nicht in der Lage, der Variabilität des Gastgebers Grenzen zu setzen.

Der FCH war in allen Statistikbereichen die bessere Mannschaft. Lediglich bei den Zweikämpfen schnitt Blau-Gelb besser ab. Doch was zählt das, wenn man keine Tore erzielt? Optisch sah es so aus, als spielte Heidenheim auf Augenhöhe, die Kontrolle über das Spiel lag aber eindeutig auf Seiten der Braunschweiger. Bei denen zählte Hendrik Zuck erneut zu den Stärken. In der 10. Minute prüfte er Torwart Kevin Müller das erste Mal, in der 26. Minute mit einem satten Freistoß aus 22 Metern das zweite Mal. In der 28. Minute dann sah der Gäste-Torwart „alt“ aus. Ken Reichel bekam einen von Nyman intelligent gespielten Pass und hielt aus kurzer Distanz einfach drauf. Ein Ball, den Müller gehalten hätte, wäre nicht Witteks Bein dazwischen gekommen.

Für die Löwen war so der erste Druck aus dem Spiel genommen, die Verantwortung lag nun bei den Gästen. Die ließen sich auch nicht bitten, sondern versuchten Druck auszuüben. Der Ball lief sicher durch deren Reihen, doch alle Bemühungen führten nicht zu torgefährlichen Situationen. Immer wieder war ein Braunschweiger letztendlich cleverer. Aber es gab auch Momente, in denen Valsvik, Breitkreuz und Baffoe  nicht konsequent klären konnten, doch die Heidenheimer Angreifer konnten daraus keinen Gewinn schlagen.

Halbzeitstand 1:0

Vor dem Wiederanpfiff schwörte Trainer Lieberknecht seine Elf auf dem Rasen noch einmal ein. Etwas, was bislang in der Form noch nicht zu sehen war. Wahrscheinlich gab er seinen „Jungs“ den Hinweis mit, konzentriert zu Werke zu gehen, weil die Heidenheimer schnell versuchen würden, den Ausgleich zu erzielen. Und er sollte Recht behalten. In der 46. Minute schoss Feick aus halblinker Position und Eintrachts Torwart Fejzic konnte den scharf getretenen Ball gerade noch fausten.

Auch in der Folgezeit fanden die Löwen nicht so richtig ins Spiel. Das empfand Torsten Lieberknecht offensichtlich ähnlich, den ganz anders als sonst wechselte er bereits in der 57. Minute und das auch gleich zweimal. Für Jan Hochscheidt kam Neuzugang Robin Becker, für den diesmal eher schwach agierenden Hernandez Salim Khelifi. Großartige Wirkung zeitigte das nicht, auch wenn Khelifi wenig später das 2:0 auf dem Fuß hatte. 

Auf Heidenheimer Seite konnte sich jetzt Mannschaftskapitän Schnatterer immer besser in Szene setzen. In der 60. Minute musste sich Jasmin Fejzic mächtig strecken, um seinen trockenen Schuss zur Ecke zu klären. Mit zunehmender Dauer schien der Glaube bei einigen Gästespielern zu schwinden und Eintracht kam wieder besser zum Zuge. Ganz besonders Breitkreuz, der in der 68. Minute beinahe sein erstes Tor für die Eintracht erzielt hätte. Mirko Boland hatte von der linken Strafraumecke einen Freistoß auf das lange Eck zirkelt, wo Breitkreuz quasi ungehindert köpfen konnte. Leider aber konnte er den Ball nicht drücken.

Vier Minuten später wusste Nyman mit seiner Chance nicht viel anzufangen und verstolperte statt abzuspielen. Doch in der 80. Minute fiel das erlösende zweite Tor doch noch. Khelifi hatt geschickt auf Boland durchgesteckt, der nur noch platziert einschießen brauchte. Ein Spielzug, der für die Heidenheimer zu schnell ablief, um eingreifen zu können.

Den Gästen war klar, hier war nichts mehr zu holen, den Löwen, dass man die restliche Zeit nur noch routiniert runterzuspielen braucht. Dass so beinahe noch ein dritter Treffer herausspringen könnte, daran glaubten die Fans nicht. Aber Khelifi nutzte einen Steilpass vom eingewechselten Abdullahi (77.) und enteilte seinem Gegenspieler. Doch mit dem rechten Fuß blieb ihm nur das kurze Ecke, das aber von Keeper Müller gut abgedeckt war, so dass der Schuss ans Außennetz klatschte.

Die Fans waren zufrieden und skandierten lautstark, dass man gegen Eintracht mal verlieren könne. Insgesamt war die Stimmung im Stadion mit dem leeren Block 9 okay. Jedem dürfte dennoch klar geworden sein, warum Block 9 auch der Stimmungsblock genannt wird. Übrigens, wer geglaubt hatte, dass das unsägliche Lied über die 96-Fans nicht erklingen würde, der sah sich getäuscht. Aus den Blöcken 8 und – vor allem – aus 7 schallte der Schmähgesang. Von einigen Ultras tatkräftig beklatscht, die in Block 18 das Spiel verfolgten, also neben dem Gästeblock mit rund 200 Gästefans.

Pressekonferenz Eintracht gegen Heidenheim
Pressekonferenz Eintracht gegen Heidenheim

 

Für Eintracht geht es am 18. August in Liga 2 weiter. Freitagabend um 18.30 Uhr treten die Löwen bei Erzgebirge Aue an. Jener Klub, von dem Breitkreuz und Samson zur Eintracht kamen.