Drei heiße Partien binnen 12 Tagen, Eintracht, jetzt gilt es

Auch in Liga 2 rollt der Ball wieder. Heute wird die Saison 2017/18 fortgesetzt. Eintracht Braunschweig spielt aber erst morgen Abend beim FC Heidenheim (Anpfiff 20.30 Uhr). Heute Mittag meldeten die Löwen einen Zugang. Mit Mittelstürmer Philipp Hofmann von der Spielvereinigung Greuther Fürth glauben Manager Marc Arnold und Trainer Torsten Lieberknecht die Offensive nachhaltig zu beleben. Eine Meinung, die wir nicht teilen. Aber wir lassen uns gern überraschen.

FC Heidenheim gegen Eintracht Braunschweig, das ist das Duell des Tabellenfünfzehnten gegen den Vierzehnten. Bei beiden Mannschaften ist der Frust ob des bisher Erreichten groß. Immerhin hat der FC bereits sechsmal gewonnen, für die Eintracht stehen zwei Siege weniger auf dem Papier. Dafür hat der FC bereits achtmal verloren und Eintracht nur viermal. Und der FC ist die Schießbude der Liga. Bereits 33 mal klingelte es im Kasten der Baden-Württemberger.

Und FC-Trainer Frank Schmidt kennt noch einen Grund, warum so mancher Fan der Partie nur ängstlich entgegen schaut. Noch nie hatFrank Schmidt gegen Eintracht Braunschweig gewinnen können. Da lastet auf Mittelfeld-Akteur Marc Schnatterer eine große Bürde. Bei der Generalprobe gegen den österreichischen Zweitligisten Lustenau erzielte er den Siegtreffer. Keine erste Geige hingegen spielt beim FC Norman Theuerkauf, der lange Jahre für die Eintracht spielte.

Verstärkung?

So betrachtet bleibt für Blau-Gelb nur eine Perspektive – Auswärtssieg. Bei nur drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz kommt eh nichts anderes in Frage. Dass die Eintracht da so lange brauchte, um eine Verstärkung im Sturm zu finden, mutet bedenklich an. Zumal die Kandidaten, erst Bielefelds Fabian Klos, und dann Fürths Hofmann, auf den ersten Blick nun eben keine Verstärkung darstellen. Immerhin fiel die endgültige Wahl auf den sechs Jahre jüngeren Hofmann (24).

Im Sommer war Hofmann vom englischen Zweitligisten FC Brentford, der 2 Millionen Euro Ablöse für Hofmann an den 1. FC Kaiserslautern bezahlt hatte, zu den Fürthern gewechselt. Hier bestritt er neun Spiele und – jetzt kommt es – erzielte ein Tor. Für einen Mittelstürmer nicht unbedingt eine Visitenkarte. Aber bei Klos hätte die Bilanz nur geringfügig besser ausgesehen. Der brachte es bisher auf „stolze“ drei Treffer. Was Lieberknecht und Arnold in Hofmann sehen war in einer Presseinfo zu lesen.

Hofmann passt?

„Mit Philipp Hofmann haben wir den Spielertypen gefunden, der genau in unser Anforderungsprofil passt. Er hat seine Qualität bereits in der Vergangenheit auf hohem Niveau unter Beweis gestellt. Nach einer Phase mit weniger Spielpraxis wollen wir ihn nun schnellstmöglich wieder an die von ihm schon gezeigte Leistungsstärke heranführen“, sagte Eintrachts Sportlicher Leiter Marc Arnold bei der Vorstellung.

Wirklich überzeugend klingt das nicht. Mit dieser Verpflichtung dürften sich die Verstärkungen erledigt haben. Schließlich hatten die Löwen zu Beginn der Wechselperiode mit Rechtsverteidiger Georg Teigl vom Erstligisten FC Augsburg und mit Innenverteidiger Frederik Tingager vom dänischen Erstligisten Odense BK neue Spieler verpflichtet. Beide waren mit zur Vorbereitung in Spanien, konnten aber noch nicht unter Beweis stellen, dass mit ihnen der große Umschwung kommt. In der Vorbereitung unterlagen die Löwen sogar der zweiten Mannschaft von Hertha BSC.

Die Eintracht bleibt also ein Buch mit sieben Siegeln. Eine klar erkennbare Linie ist weiter nicht in Sicht. Still ruht der See an der Hamburger Straße. Kein Wort von Präsident Sebastian Ebel, keins vom Vize Oettinger, dessen Firmen-Partner Thomas Möhlendiek sich vom langjährigen Mitstreiter trennte, keins vom Trainer. Und von den Spielern gibt es die bekannten Bekundungen in der Vereinspostille, man habe verstanden, man sei heiß, man werde jetzt angreifen. Das kann man einfach kommentieren, liebe Eintracht-Spieler: Action speaks louder than words. Für jene, die des Englischen nicht mächtig sind:  Handeln ist wichtiger als reden.

Am 4.2. zu Hause

Auch das nächste Spiel der Löwen ist ein Auswärtsspiel. Am Sonntag (28.1.) tritt die Mannschaft bei Erzgebirge Aue an. Jene Mannschaft, die sich mit Haut und Haaren gegen ein drohendes Abrutschen erwehren wird. Schaut man noch einmal in die Statistik, dann offenbart sich die Tatsache, dass die Eintracht bislang nur einmal auswärts gewinnen konnte. Vor heinmischem Publikum präsentiert sich der Kader in diesem Jahr erstmals am 4. Februar (So) um 13.30 Uhr. Dann kommt der aktuelle Tabellenletzte.

Da kann man durchaus behaupten, nach diesen drei Partien sind wir schlauer.