2. Liga: Eintracht holt Punkt beim Tabellenvorletzten

Auch am 4. Spieltag der neuen Zweitliga-Saison gelang der Braunschweiger Eintracht kein Befreiungsschlag. Beim Tabellensiebzehnten 1. FC Kaiserslautern musste die Elf von Trainer Lieberknecht am Ende mit dem 1:1 zufrieden sein. 20.100 Zuschauer, darunter 400 Braunschweiger, sahen ein spannendes, wenn auch nicht hochklassiges Spiel, in dem die erste Halbzeit im Wesentlichen von Blau-Gelb bestimmt wurde. Der zweite Durchgang gehörte dem Gastgeber. Eintracht bleibt somit auf Platz neun, die Roten Teufel auf Platz siebzehn.

Für beide Teams sollte die Partie die Wende zum Besseren bedeuten. Am Ende ist das keinem der Kontrahenten tatsächlich gelungen. Die Gastgeber suchen noch immer nach Torgefahr, die Löwen nach dem Grund, warum sie nicht 90 Minuten lang konzentriert zu Werke gehen können.

Die Gäste aus Niedersachsen übernahmen vom Anpfiff an die Regie. Erstmals in der Startelf dabei Neuzugang Robin Becker auf der rechten Außenverteidigerposition.. Für den bei der schwedischen Nationalmannschaft weilenden Nyman lief Abdullahi auf. Kaiserslautern verlegte sich erst einmal auf’s Abwarten und ließ die Gäste spielen. Die nutzten den Platz und kamen in der 5. Minute zu einer ersten guten Gelegenheit. Leider trennte sich Abdullahi auf halblinks zu spät vom Ball. Links wartete Khelifi freistehend und umsonst.

In der 11. Minute versuchte der agil aufspielende Hernandez seinen Mannschaftskameraden Khelifi in Szene zu setzen. Doch der Pass war noch zu ungenau. Und in der 17. Minute schoss Khelifi aus sieben Metern vor dem Tor Keeper Müller an.

Eintracht spielte druckvoll, suchte mit langen Bällen Abdullahi und die schnellen Außen Hernandez und Khelifi zu bedienen. Genau das führte dann in der 27. Minute zur Führung der Gäste. Abdullahi spielte mit den Hacke auf den durchlaufenden Khelifi, der einen Gegenspieler stehen ließ und auf Hernandez passte. Im Stolpern zirkelte der den Ball ins Tor. Aber mit der Führung im Rücken schaltete die Eintracht einmal mehr einen Gang zurück. Vielleicht wäre es besser gewesen, die angeschlagenen weiter unter Druck zu setzen.

Das brachte Kaiserslautern langsam aber sicher ins Spiel. Vom Spielfeldrand brüllte Torwartlegende Ehrmann seine Mannschaft an, sie möge sich endlich wehren. Das tat sie. Allerdings noch ohne wirkliche Torgefahr zu entwickeln. Die große Schwäche der Pfälzer schlechthin. So ging es mit der Führung der Gäste in die Kabine.

Im zweiten Durchgang spielte der FCK dann groß auf. Angetrieben von dem immer stärker werdenden Ex-Braunschweiger Kessel rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Braunschweiger Tor. In der 50. Minute rettete die Latte. In der 59. war es Fejzic, der eine verunglückte Flanke von Kessel glänzend parierte. In der 64. versuchte es Kessel erneut. Eintracht musste mehr für die Offensive tun, um nicht „ins Messer zu laufen“. Trainer Lieberknecht reagierte und brachte für den nachlassenden Zuck Biada.

Für wenige Minuten ging die Rechnung auf. Als jedoch Kastaneer in der 80. Minute nach einer schönen Einzelleistung den Ausgleich markierte, war klar, das würde jetzt nur noch eine Abwehrschlacht werden. Den entscheidenden Fehler hatte der junge Becker gemacht, der beim entscheidenden Pass auf Kastaneer nicht im Bilde war.

Eintrachts Bemühungen dagegen zu halten, waren unter dem Strich einfach zu ungenau, um für Gefahr zu sorgen. Gott sei Dank hatten die Pfälzer aber auch nicht mehr viel zuzulegen, so dass am Ende ein alles in allem gerechtes Unentschieden auf der Anzeigetafel stand. Positiv anzumerken ist dennoch, dass Hernandez und Khelifi ansteigende Form bewiesen und so die Hoffnung schüren, dass die Löwen doch langsam ins Rollen kommen.

Eintracht bleibt zwar weiter ungeschlagen, aber ein Sieg und drei Unentschieden genügen den Ansprüchen noch nicht. Wie Marc Arnold dem Sky-Reporter ins Mikrofon sagte, sei er in guten Gesprächen mit einer Verstärkung. Drei Tage hat er noch Zeit, dann schließt die Transferliste. 

Weiter geht es für die Löwen am Sonntag (10.9., 13.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen, der am 4. Spieltag seine erste Niederlage (1:2 gegen Düsseldorf) kassierte. Eine Mannschaft, die bei ihren bisherigen Auswärtsauftritten immerhin sechs Tore erzielte. Dann dürften auch Nyman und Kumbela wieder zur Verfügung stehen.