Basketball Löwen gewinnen unter den Augen von Dennis Schröder gegen den MBC

Braunschweig. Vor der Saison-Rekordkulisse von 3.373 Zuschauern haben die Basketball-Löwen am Sonntagabend ihren vierten Sieg in Folge eingefahren. Mit 71:63 (45:24) bezwangen sie den Mitteldeutschen BC und boten insbesondere in der ersten Halbzeit sehr ansprechenden Team-Basketball, bei dem alle zwölf Spieler eingebunden waren.

Die Löwen erspielten sich schnell eine deutliche Führung gegen einen etwas fahrig in die Partie startenden MBC. Nach 8:47 Minuten führten sie mit 19:7 und beendeten das Viertel mit 20:10. Im zweiten Viertel zogen sie mit 16 aufeinander folgenden Punkten von 25:19 auf 41:19 davon und führten eine gefühlte Vorentscheidung herbei, da bei den Gästen (Trefferquote 29 Prozent) die Würfe am heutigen Tage – bedingt durch eine sehr gute Defensivarbeit der Löwen – nicht durch die Reuse fallen wollten. Die erste Halbzeit wurde mit einem Tip-In durch Tom Alte zum 45:24 gekrönt, als für einen kurzen Zeitraum fünf deutsche Spieler gleichzeitig auf dem Feld waren und Luis Figge sein Comeback nach längerer Verletzungspause feiern durfte. Zu diesem Zeitpunkt sahen die Löwen wie der sichere Sieger aus und hatten erneut mit Scott Eatherton und DeAndré Lansdowne die dominierenden Spieler in ihren Reihen.

Nach der Pause kam der MBC unter gütiger Hilfe der Löwen zurück ins Spiel. Sämtliche Statistiken brachen ein, die Trefferquote sank auf 38 Prozent, während sich die Gäste deutlich verbessert präsentierten. Dennoch blieb eine knappe Führung von 52:48 nach dem dritten Viertel bestehen. Doch selbst Scott Eatherton hatte zwei seiner Freiwürfe kurz vor Ende des Viertels versetzt und der gegnerische Center Djordje Pantelic sogar mit einem Dunking Oberwasser gewonnen. Nach diesem mit 7:24 verlorenen Viertel hatten auf einmal die Gäste das Momentum auf ihrer Seite.

Headcoach Frank Menz setzte auf die fünf Akteure, die auch den Sieg gegen die Frankfurter Skyliner gesichert hatten. Aber Bazou Koné wollte an diesem Tage unter den Augen seines Freundes und NBA-Stars Dennis Schröder nur wenig gelingen. Sechs Turnover, ungenaue Anspiele und teilweise zu hektischer Zug zum Korb führten nicht zum Erfolg. Dazu kam das vierte Foul von Thommy Klepeisz, der mit 15 Punkten und 5 Assists gut im Spiel war. So musste Frank Menz weiter rotieren. Doch auch die Gäste waren stark foulbelastet. Nach einer unübersichtlichen Situation begehrten die MBC-Verantwortlichen gegen die Entscheidung der Referees auf. Ihr bester Korbjäger Andrew Warren (18 Punkte) hatte sich sein fünftes Foul eingehandelt. Trotzdem waren sie beim Zwischenstand von 59:58 auf einmal ganz nah dran, ohne einmal selbst in Führung zu gehen. Nach einem technischen Foul des Centers Pantelic hatte dieser kurze Zeit später auch seinen Einsatz beendet. Das Spiel der Gäste wurde dadurch unruhiger und die Würfe fanden nicht mehr das Ziel. DeAndré Lansdowne hingegen behielt die Nerven und traf mit Foul zum 66:60. Ein weiterer Gästespieler Kruize Pinkins zog sein fünftes Foul und die Löwen brachten ihre Freiwürfe sicher ins Ziel. Mit 71:63 haben die Löwen damit nach der 78:84-Hinspielniederlage auch den direkten Vergleich gewonnen und sich ins sichere Mittelfeld abgesetzt.

Viertel im Überblick: 20:10, 25:14, 7:24, 19:15;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig):
„Ich finde, das war heute ein sehr gutes Spiel. Unser Gameplan war es, dass wir sie extrem unter Druck setzen, von der ersten Sekunde an. Wir wollten sie nicht ins Spiel kommen lassen und das Tempo hochhalten, das ist uns exzellent gelungen. Wir wussten, dass die Wurfquote beim MBC dann runtergehen wird. In der zweiten Halbzeit haben sie sich aber gut zurückgekämpft, da hat man die Qualität des MBC gesehen und auch die Moral. Sie haben uns dann, wie schon im Hinspiel, in Bedrängnis gebracht. Dieses Mal wollten wir es aber besser machen und Scott und DeAndré in Szene setzten, das ist uns gut gelungen. Wir haben uns jetzt von unten ein bisschen abgesetzt, so macht die restliche Saison jetzt Spaß.“

Igor Jovovic (Mitteldeutscher BC): „Meine Mannschaft ist in der ersten Halbzeit sprichwörtlich im Bus geblieben. Ich war überrascht, dass uns die Energie und die Motivation in so einem wichtigen Spiel gefehlt hat. Wir haben als Mannschaft und individuell unterperformt, wir hatten zu viele Turnover, haben in der Defense keinen Druck gemacht und hatten beim Rebound keinen Zugriff. In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Reaktion gezeigt, wir haben aber zu viel Energie gebraucht, um zurück zu kommen. Wir hätten am Ende auch gewinnen können, aber Braunschweig hat diesen Sieg verdient. Die Schiedsrichter haben aus meiner Sicht auf beiden Seiten mit zweierlei Maß gemessen. So habe ich mehrere Spieler verloren und wir haben technische Fouls in der entscheidenen Phase bekommen.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki, Figge, Lansdowne 19 (7 Rebounds), Janavicius, Klepeisz 15 (5 Rebounds, 5 Assists), Alte 2, Jaramaz 2, Schwartz, Morse 4 (6 Rebounds), Koné 7, Eatherton 20 (14 Rebounds, 3 Assists), Lagerpusch 2.