Eintracht erkämpft ein 2:1 gegen Jahn Regensburg

Der 2:1-Erfolg der Braunschweiger Eintracht am 25. Spieltag der 2. Liga war unter dem Strich verdient. Der Tabellenfünfte Jahn Regensburg ließ über weite Strecken die Qualität der vergangenen zehn Wochen vermissen und erlitt einen Rückschlag im Kampf um den Relegationsplatz. Platz nimmt jetzt wieder Holstein Kiel ein, dass nach elf sieglosen Spielen den MSV Duisburg mit 5:0 bezwang. Eintracht spielt am kommenden Samstag (10.3.) beim FC St. Pauli und könnte dort mit einem Sieg die Hamburger hinter sich lassen.

Vor 18.500 Zuschauer überraschte Eintrachts Trainer Torsten Lieberknecht mit einer offensiv ausgerichteten Aufstellung und drei Neuen in der Startelf. Für Zuck, diesmal nicht einmal im Kader, Moll (verletzt) und Bulut (Bank) kamen Sauer, Boland und Abdullahi. Mit ihm, Kumbela und Nyman standen gleich drei Angreifer auf dem Platz. Das ließ auf einen fulminaten Auftakt schließen. Doch weit gefehlt.

Der Tabellenfünfte übernahm von Beginn an die Regie, spielte zügig, gefällig und zweikampfstark. Für Hochscheidt und Co blieb da anfangs kaum Entfaltungsmöglichkeit. Allerdings waren auch die Gäste aus Bayern ab dem 16er mit ihrem Latein am Ende, beziehungsweise die Eintracht auf dem Posten. Ein Zustand, der bis weit in die erste Hälfte anhielt. In der 13. Minute übersah Schiedsrichter Rene Rohde aus Rostock eine böse Tätlichkeit von Jan Hochscheidt, der gegen Nandzik nachtrat. Es gab nicht einmal einen Freistoß, die Gelbe geschweige denn die Rote Karte. Gut denkbar, dass Regensburg hierzu nachträglich Protest einlegt, denn Hochscheidt sollte das Spiel noch nachhaltig beeinflussen.

Erst in der 26. Minute dann die erste Chance des Spiels. Kumbela bediente Sturmkollege Nyman, dessen Schuss aus sieben Metern Gäste-Keeper Weis jedoch mit dem Fuß zur Ecke abwehren konnte. In der 33. Minute kam der Jahn zu seiner ersten Chance. Grüttners strammen Schuss aus 18 Meter Entfernung wehrte wiederum Fejzic ab. Nur drei Minuten später griff die Gästeabwehr nicht energisch durch und ließ Reichel auf den in der Mitte platzierten Nymann passen, der den Ball kalt und trocken aus etwa acht Metern einnetzte. Ein Tor mit Wirkung.

Eintracht jetzt nicht nur optisch auf Augenhöhe. Von Jahn Regensburg keine Reaktion. In der 40.Minute hätte Blau-Gelb bereits für eine Vorentscheidung sorgen können. Doch Eintrachts Sturm vertändelte eine Überzahl mehr oder weniger kläglich. So ging es mit der knappen, etwas glücklichen Führung in die Kabine.

Kumbela raus

Für Kumbela war das Spiel da auch schon zu Ende. Der Stürmer hatte sich wenige Minuten zuvor verletzt. Für ihn kam Hofmann nach der Pause. Das machte sich bemerkbar. Der agile Angreifer sorgte mit seinem vorbildlichen Einsatz für frischen Wind. Allerdings „glänzte“ er auch immer wieder mit technischen Fehlern. Ob es an ihm lag, dass alle Braunschweiger nach dem Seitenwechsel eine Schippe drauflegten, darf zwar bezweifelt werden, aber es trug definitiv dazu bei, dass die spielbestimmenden Mannschaft jetzt Eintracht war.

Jahn Regensburg hatte den kampfbereiten Löwen so gut wie nichts entgegen zu setzen und alle fragten sich, wie diese Mannschaft eine Woche zuvor gegen Düsseldorf einen 0:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg wandeln konnte. Was Vrenezi da nach seiner Einwechselung in der 64. Minute darbot, das hatte schon kabarettistische Züge. Doch das war dem Gastgeber naturgemäß egal.

Dank der Regensburger Nachlässigkeiten kam Eintracht vermehrt zu Chancen. In der 49. Minute versuchte es Abdullahi mit einem Distanzschuss, denn Weis gerade noch zur Ecke klären konnte. Gleich im Anschluss verpasste Tingager im Fünfmeterraum eine Hereingabe nur knapp. In der 59. Minute war es Hofmann, der das Tor aus 12 Metern verfehlte. Zwar erging es ihm in der 61. Minute nicht besser, aber den Nachschuss verwandelte Hochscheidt zur umjubelten 2:0-Führung.

Wer jetzt ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich getäuscht. Jahn Regensburg hatte einen schwarzen Tag erwischt und kam nur unter Mithilfe des Schiedsrichters zurück ins Spiel. Valsvik soll den eingewechselten Al Ghaddioui im Strafraum gefoult haben, was naturgemäß mit einem Strafstoß geahndet wird. Ein Foul, das allerdings niemand sonst gesehen haben dürfte. Die Chance ließ sich Knoll nicht entgehen und verkürzte auf 2:1.

Abdullahi bester Eintracht-Spieler

Doch auch das konnte Regensburg nicht aufwecken. So brauchte die Eintracht an diesem Spieltag nicht einmal eine herausragende Leistung, um drei Punkte gegen den Abstieg einzufahren. Der gezeigte Kampfgeist reichte absolut aus. Zu den Braunschweiger Stärken zählten allen voran Abdullahi, der seine Gegenspieler ein ums andere Mal stehen ließ, und Hochscheidt, der erneut bemüht war. Sauer und Boland waren die Schwächen im Team. Nicht im Kader diesmal Khelifi.

Das Fazit zum Spiel. Eintracht hat durch eine kämpferische Steigerung in der 2. Halbzeit verdient gewonnen und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Das ist das Einzige, was zählt.