Eintracht unterliegt Jahn Regensburg 1:2 – drei Platzverweise für die Löwen

Ja, das war es auch schon wieder mit der Braunschweiger Herrlichkeit. Drei Tage nach dem deutlichen 3:0-Erfolg über Greuther Fürth konnten die Löwen „keine Schippe drauflegen“ und verloren beim Tabellensiebzehnten SV Jahn Regensburg verdient mit 1:2. Nach dem 8. Spieltag in Liga 2 hat die Eintracht zwei Siege auf dem Konto, fünf Unentschieden und seit Samstag die erste Niederlage. Das bedeutet in der Summe Platz 9 mit 11 Punkten und einem Torverhältnis von 12:8. Gewinnt Union am Montag sein Heimspiel gegen Schlusslicht Kaiserslautern, dann rutschen die Löwen noch auf Platz zehn ab. 

Es sollte der Aufbruch in bessere Zeiten werden, doch am Ende bleiben viele Fragezeichen. Wie sich eine Mannschaft derart selbst in die Bredouille bringt, das ist schon bemerkenswert. Zuerst einmal machen die Braunschweiger ihre Gegner stark. Vielleicht, um die Favoritenrolle loszuwerden und den Druck zu verlagern. Doch damit sind Zweitligamannschaften nicht zu beeinflussen. Zweitens werden die eigenen Stärkephasen zu wenig in Verwertbares umgesetzt und drittens scheint es beim Nervenkostüm der blau-gelben Löwen nicht zum Besten bestellt zu sein.

So begann die Partie in Regensburg zwar erst einmal wie viele andere, aber der Faden ging zu schnell verloren. Jahn auf Wiedergutmachungstour wegen der unnötigen Niederlage in Düsseldorf und Eintracht mit frischen Kräften. Hernandez, Yildirim und Samson bekamen eine Verschnaufpause. So stand die Eintracht recht stabil und kam zunehmend besser ins Spiel. Selbst der völlig berechtigte Platzverweis von Khelifi nach einem groben Foulspiel in der 26. Minute brachte das Team nicht aus dem Konzept. Hier zeigte sich Eintracht reifer und intelligenter als die Platzherren.

In der 42. Minute köpfte der aufgerückte Valsvik einen Boland-Freistoß auf das Tor, wo Jahn-Keeper Weis den Ball vor die Füße von Baffo abklatschte. Der lies sich nicht bitten und erzielte bereits seinen dritten Treffer in der laufenden Saison. Mit der knappen, aber nicht einmal unverdienten Führung ging es in die Kabinen.

2. Halbzeit

Offensichtlich hatte Regensburgs Trainer Beierlorzer die bessere Ansprache parat. Denn sein Jahn kam wie aufgedreht aus der Kabine und schaffte schnell den Ausgleich (47.) durch Grüttner, der eine Flanke vom eingewechselten Stolze (eine Leihgabe vom VfL Wolfsburg) verwerten konnte, weil weder Baffo noch Valsvik Herren der Lage waren. Besser konnte es für den Jahn nicht laufen. Jetzt waren alle Spieler elektrisiert und liefen zu Hochform auf. Dem konnten die Gäste nichts mehr entgegensetzen.

Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht nahm Kumbela aus der Mannschaft, brachte Sauer und hoffte, so wenigstens den einen Punkt retten zu können. Doch die Rechnung ging nicht auf. Denn Sauer holte sich in der 64. Minute nach einer Tätlichkeit eine Rote Karte ab. Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Reichel, aber Sauers Einsteigen gegen Nandzik war zumindest auch etwas ungestüm.

Jahn Regensburg drängte Eintracht in die eigene Hälfte und erspielte sich beste Chancen, ließ die aber ungenutzt. Die 8.432 Zuschauer, darunter 700 aus Braunschweig, mussten für den nächsten Treffer bis zur 77. Minute warten. Nietfeld bekam den Ball mit Unterstützung von Baffo vor die Füße und verwandelte zur viel umjubelten Führung. 

Boland sieht Rot

Jetzt war es mit der Contenance der Braunschweiger vorbei. Fast schon wütend versuchten die Gäste den Ausgleich zu erzielen, doch mit zwei Spielern weniger auf dem Platz war das nicht machbar. Und es kam noch dicker. Nach einem Revanchefoul sah auch Boland Rot und musste vom Platz. Das hat zwar nicht zur ersten Niederlage beigetragen, aber für das kommende Heimspiel gegen St. Pauli fehlen jetzt mit Khelifi, Sauer und Boland drei Stammkräfte. Bleibt nur zu hoffen, dass Neuzugang Yildirim wieder fit wird, er hatte sich gegen Fürth eine Verletzung zugezogen. Ob Schönfeld, Breitkreuz und Zuck zur Verfügung stehen, ist auch noch nicht gesichert.

Sand im Getriebe

Es bleibt also doch dabei, dass es bei der Eintracht nicht rund läuft. Kommen auch noch Undiszipliniertheiten wie drei Roten Karten dazu, dann werden Befürchtungen wach, dass es  derzeit nicht nur an spielerischem Glanz mangelt. Irgendwie scheint das Gefüge wenig gefestigt, irgendwie ist Sand im Getriebe. Der muss schnell raus. Denn die Leistungsdichte in Liga 2 erlaubt keine langen Auszeiten. Bis auf Platz drei sind es jetzt bereits fünf Punkte Rückstand, bis zum Tabellensechzehnten Ingolstadt nur vier Vorsprung.

Nach der Partie gegen Pauli (So, 13.30 Uhr) muss die Eintracht zum MSV Duisburg. 

 

Aufstellung: 

Fejzic – Becker , Baffo , Valsvik , Reichel – Moll , Boland  – Khelifi, Hochscheidt – Nyman, Kumbela    
 
Einwechslungen: 
33. Hernandez für Nyman
56. Sauer     für Kumbela
80. Abdullahi für Hochscheidt
 Reservebank: 
Engelhardt (Tor), ,Nkansah, Dacaj, Samson