Eintracht verliert in Unterzahl beim Aufsteiger SSV Jahn Regensburg

Regensburg. Am achten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat es auch Eintracht Braunschweig erwischt. Ausgerechnet beim daheim bisher sieglosen SSV Jahn Regensburg unterlagen die Löwen mit 1:2 (1:0). Dabei ging die Eintracht in Unterzahl kurz vor der Pause sogar noch durch Joseph Baffo (42.) in Führung. Allerdings blieb es nicht bei der einfachen Unterzahl, so dass die dezimierte Eintracht dem Druck der Gastgeber über die gesamte Spielzeit nicht standhalten konnte.

Nach dem zweiten Saisonsieg unter der Woche gegen Greuther Fürth änderte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht die Startformation gleich auf drei Positionen. Für Louis Samson spielte Qurin Moll neben Mirko Boland im defensiven Mittelfeld. Jan Hochscheidt rückte für Onel Hernandez ins Team und Domi Kumbela für den verletzten Neuzugang Özkan Yildirim. Damit brachte der Eintracht-Coach frische Kräfte in der englischen Woche und spiegelte sogleich das Spielsystem des SSV Jahn, die im 4-4-2-System agieren.

Zu Beginn waren die Regensburger gleich besser im Spiel und zeigten dass sie sich nach drei Heimschlappen und der zuletzt unglücklichen Niederlage in Düsseldorf einiges vorgenommen hatten. Adamyan (4.) mit einem Kopfball und Marco Grüttner mit einer technisch feinen Einzelleistung und anschließendem Abschluss von der Strafraumkante setzten erste offensive Akzente. Eintracht nominell mit zwei Stürmern brachte wenig Kontrolle ins Spiel und kam erst in der 19. Minute zu einer ersten Torgelegenheit als Domi Kumbela einen Boland-Freistoß mit dem Hinterkopf auf das Jahn-Tor brachte. Die anfängliche Druckphase des Gastgebers war damit auch überstanden und die Löwen gewannen zunehmend an Sicherheit, ohne sich Torchancen erarbeiten zu können. In der 26. Minute der erste Schock für die Eintracht! Salim Khelifi wurde mit einer glatt roten Karte des Feldes verwiesen, nachdem er eine Spielsituation im Zweikampf mit Lais falsch eingeschätzt hatte und mit dem Fuß hoch in der Luft seinen Gegenspieler hart im Gesicht traf. Eine vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters, die natürlich den Matchplan der Löwen veränderte. Erst behielt das Trainerteam die Doppelspitze noch aufrecht bis in der 33. Minute die Aufstellung durch die Hereinnahme von Onel Hernandez für Christoffer Nyman angepasst wurde. Der sorgte zugleich für eine Belebung im Spiel, das immer zweikampfintensiver und härter wurde. Die als robust bezeichneten Regensburger konnten sich häufig nur mit Fouls helfen und ließen viele Freistöße aus dem Halbfeld zu, so dass die Eintracht immer wieder zu Standardsituationen kam. So auch in der 42. Minute als Jan Hochscheidt gefoult wurde und Mirko Boland mit seinem Freistoß Gustav Valsvik erreichte, dessen Kopfball von Jahn-Torwart Weis direkt auf Baffo abgewehrt wurde, der gedankenschnell einköpfen konnte. Jetzt schien für die Löwen alles möglich zu sein! Die Regensburger hatten schlecht verteidigt und holten sich noch vor der Pause weitere gelbe Karten ab.

Gleich nach der Pause folgte der nächste Rückschlag. Der eingewechselte Sebastian Stolze setzte sich auf dem rechten Flügel durch und seine Flanke konnte weder von Joseph Baffo noch von Gustav Valsvik verteidigt werden, so dass Marco Grüttner per Kopf zum Ausgleich traf. Anschließend entfachte der Aufsteiger ein Powerplay und kreierte mehrere hochkarätige Torchancen, die jedoch noch ungenutzt blieben. Aus diesem Grunde wechselte der Eintracht-Coach defensiv und brachte in der 56. Minute Maximilian Sauer für Domi Kumbela ins Spiel. An der Überlegenheit des SSV Jahn änderte sich nichts, Chancen am Fließband. Als dann in der 64. Minute auch noch Maximilian Sauer des Feldes verwiesen wurde, er hatte sich zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen, brachen endgültig alle Dämme. Der SSV Jahn hatte am Spielende sage und schreibe 30 Torabschlusssituationen zu verzeichnen, die Eintracht dagegen neun. In der 77. Minute schafften die Regensburger den Siegtreffer durch Jonas Nietfeld, der auf Flanke von George und einer unglücklichen Verlängerung von Joseph Baffo aus kurzer Distanz keine Probleme hatte.

Mit zwei Spielern in Unterzahl versuchten die Löwen nochmal alles und brachten mit Abdullahi einen Stürmer für Jan Hochscheidt. Der SSV Jahn hätte das Spiel in der 89.Minute durch den Siegtorschützen endgültig entscheiden müssen. Mit einem Frustfoul holte sich auch noch Mirko Boland in der 90. Minute den roten Karton, so dass die Eintracht nicht nur mit der Niederlage, sondern auch mit vielen gesperrten Spielern die Heimreise antreten musste.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

SSV Jahn Regensburg
Weis – Nandzik (76. Hofrath), Knoll, Sörensen, Saller (46. Stolze), Leis, Geipl, Adamyan (87. Nachreiner), George, Grüttner (C), Nietfeld

Eintracht
Fejzic – Reichel (C), Valsvik, Baffo, Becker, Khelifi, Boland, Moll, Hochscheidt (80. Abdullahi), Nyman (33. Hernandez), Kumbela (56. Sauer)

Besondere Vorkommnisse
Rote Karte für Salim Kheliifi (26.)
Rote Karte für Maximilian Sauer (64.)
Gelb-Rote Karte für Mirko Boland (90.)

Tore
0:1 Baffo (42.)
1:1 Grüttner (47.)
2:1 Nietfeld (77.)