Englische Woche beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg/London. Nach dem erfolgreichen Auftritt der Wölfe beim traditionsreichen englischen Zweitligisten FC Fulham im altehrwürdigen „Craven Cottage“ mit einem 3:0-Sieg vom vergangenen Wochenende ging das Testspiel im AOK-Stadion vor 3011 Zuschauern am Mittwoch-Nachmittag gegen Premier-League-Aufsteiger Newcastle United mit ihrem Star-Trainer Rafael Benitez mit 1:3 (0:2) verloren.

VfL-Cheftrainer Andries Jonker hatte vor dem Duell gegen Newcastle United die Rotationsmaschine angeworfen und verteilte Spielzeiten an die Akteure, die sich ihrer Rolle im neuen VfL-Team noch nicht sicher sein dürften. Die frischgebackenen U21-Europameister Yannick Gerhardt und Maximilian Arnold kamen nach längerem Urlaub zu ihrem Startelf-Debüt. Das Tor wurde von Max Grün gehütet, der in Vertretung für Koen Casteels seine Aufgabe ordentlich erledigte und seine Qualitäten nachwies.

In der Innenverteidigung spielten Felix Uduokhai und Paul Jaeckel, der aus der eigenen U19 kommend unter der Woche einen Profivertrag bis 2020 unterschrieben hatte. Die zentrale Sturmspitze wurde von Victor Osimhen besetzt, der flankiert von Paul-Georges Ntep und „Kuba“ Blaszczykowski unterstützt werden sollte. Auf der Zehner-Position durfte Yunus Malli die Akzente setzen.

Im Vergleich zum Fulham-Spiel verzichtete das Trainerteam diesmal auf die Einsätze von William, John-Anthony Brooks, Riechedly Bazoer, Kaylen Hinds, Daniel Didavi und Mario Gomez.

Der VfL fand nicht gleich den Rhythmus und konnte auch nicht die Dominanz aufbauen, die noch in London beim englischen Zweitligisten erreicht wurde. Dabei zeigte sich Newcastle United keineswegs als spielerisch besonders beflissen, sondern zeigte robusten, engagierten auf den zweiten Ball ausgerichteten Fußball, der zuweilen auch mit vielen langen Bällen typisch „englisch“ umgesetzt wurde. Also genau der Gegner, den der VfL gesucht hatte, um seine vielen talentierten, jungen Spieler herauszufordern. Leider schlichen sich im Aufbauspiel viele kleine Ungenauigkeiten ein, so dass der englische Aufsteiger immer wieder zu Kontern oder schnellem Umschaltspiel eingeladen wurde. Eine solche Situation führte dann auch zum 0:1 in der 37. Spielminute als Christian Atsu den Ball in die Füße gespielt bekam und den freistehenden Aleksandar Mitrovic bediente. Ein direkt verwandelter Freistoß aus halbrechter Position von Matt Ritchie noch vor der Pause (43.) erhöhte den Rückstand auf 0:2. Klar herausgespielte Chancen auf VfL-Seite gab es wenige, da oftmals die falschen Entscheidungen getroffen wurden. Victor Osimhen zeigte sich sehr agil in der Spitze konnte aber im torgefährlichen Bereich der Gäste oft nicht eingesetzt werden. Yunus Malli hatte dazu kurz vor der Pause die Gelegenheit, schickte den jungen Angreifer aber ins Abseits.

Nach der Pause wurde das Pass- und Positionsspiel der Wölfe besser wie auch VfL-Cheftrainer Andries Jonker später anmerkte. Yunus Malli hatte sich nach schönem Doppelpass über „Kuba“ Blaszczykowski in den Strafraum durchgespielt und wurde gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte er höchstpersönlich und stellte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 her. Die Gäste konnten der höheren Ballbesitzphase des VfL mit einem Konter über Jonjo Shelvey trotzen, der frei vor Max Grün auf den mitgelaufenen Christian Atsu passte, der ungehindert zum 1:3 (68.) einschieben konnte. Weitere Chancen für den VfL ergaben sich nicht mehr, wenn man einen Schuss aus der eigenen Hälfte von Vieirinha (84.) außer Acht lässt, so dass die Engländer einen relativ ungefährdeten Sieg mitnehmen konnten.

Die Zahlen und Fakten zu den Testspielen:

 

Der VfL in London gegen FC Fulham:

Casteels – William (60. Vieirinha), Knoche, Brooks, Itter (60. Gerhardt) – Bazoer, Camacho (76. Arnold) – Hinds (76. Blaszczykowski), Didavi (46. Malli), Dimata – Gomez

Tore: 0:1 Brooks (36.) 0:2, 0:3 Gomez (79., 84.)

 

Der VfL gegen Newcastle United :

Grün – Seguin, Jaeckel (62. Knoche), Uduokhai, Gerhardt (62. Itter) – Guilavogui (46. Vieirinha), Arnold (62. Camacho) – Blaszczykowski, Malli, Ntep (77. Dimata) – Osimhen

Tore: 0:1 Mitrovic (37.), 0:2 Ritchie (43.), 1:2 Malli (52., Foulelfmeter), 1:3 Atsu (68.)