Frühe Fehlerkette entscheidet Viertelfinale – VfL raus aus dem DFB-Pokal

Gelsenkirchen. Den Wölfen fehlten die Ideen in einer weitestgehend niveauarmen Partie vor 50.642 Zuschauern in der Veltins-Arena und verloren verdientermaßen mit 0:1 (0:1) auf Schalke, die sich ihrerseits für das DFB-Pokal-Halbfinale qualifizierten. Guido Burgstaller (10.) erzielte den entscheidenden Treffer und zeigte die Tugenden, die sich eigentlich der VfL auf die Fahne geschrieben hatte.

VfL-Cheftrainer Martin Schmidt überraschte mit Sebastian Jung für Paul Verhaegh in der Startformation. Dadurch lief Maximilian Arnold in diesem bedeutsamen DFB-Pokal-Viertelfinale als Mannschaftskapitän auf. Zudem starteten Yannick Gerhardt für Daniel Didavi auf der rechten offensiven Außenposition und Admir Mehmedi für Renato Steffen auf der linken offensiven Außenbahn.

Die Anfangsphase ließ die Wölfe auf einen guten Spielverlauf hoffen, über den Ballbesitz und gefälligen Kombinationen in torungefährlichen Bereichen gewannen sie an Spielsicherheit. Trotzdem gerieten sie in einen Schalker Konter, eine typische Umschaltsituation auf die die Gastgeber gelauert hatten.

Die fatale Fehlerkette in der zehnten Spielminute begann mit Yunus Malli, der im Sturmzentrum den Ball unter starkem Gegnerdruck nicht behaupten konnte. Doch warum Maximilian Arnold in der Rückwärtsbewegung den Ball nicht abräumte, ist nicht zu erklären. Er schätzte die Situation falsch ein und ließ den Schalker Marko Pjaca gewähren. Dieser passte auf Guido Burgstaller, der anschließend Jeffrey Bruma, der zu schnell ins Tackling ging, mit einem Beinschuss zum 1:0 für Schalke düpierte.

Der Treffer zeigte Wirkung, die Schalker hätten in der Folge ihren Vorsprung durch Marko Pjaca (13., 15.) ausbauen können.

Nach 20 Minuten befreiten sich die Wölfe wieder und wären nach einem Freistoß von Admir Mehmedi (22.) von der linken Seite fast zum Ausgleich gekommen, doch Ralf Fährmann war auf dem Posten. Die anschließende Ecke wehrten die Schalker auf den linken Fuß von Yunus Malli ab, der den Ball an die Unterkante der Torlatte jagte (24.). Da hatten die Schalker Glück gehabt, doch es sollte tatsächlich die einzige nennenswerte Offensivaktion der Wölfe bleiben. VfL-Cheftrainer Martin Schmidt sagte: „Wir wollten auf das Momentum warten und offensiv wechseln.“ Für den verletzten Marcel Tisserand kam in der zweiten Halbzeit William, der immer wieder auch nach innen zog und den Abschluss suchte. Aber auch die weiteren Offensivwechsel hin zu Daniel Didavi und Victor Osinhem brachten dem VfL nicht die gewünschte Durchschlagskraft.

Es war insgesamt ein enttäuschendes Spiel vom VfL, das Schalke 04 tief stehend einfach verteidigen konnte, ohne dass die Wölfe wirklich einmal „ihre Zähne“ gezeigt hatten. Den Willen mag man der Mannschaft nicht absprechen, doch die letzte Leidenschaft und Siegermentalität sind nicht vorhanden. In einem KO-Spiel muss und sollte ein Team auch mehr ins Risiko gehen. Schade, denn wie soll aus dieser Saison nun noch eine erfolgreiche werden?

Am Sonntag, den 11. Februar treten sie um 18 Uhr im nächsten Bundesligaspiel bei den wiedererstarkten Bremern im Weserstadion an. Bei einer Niederlage wäre eine erneute Relegation greifbar nah.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

FC Schalke 04: Fährmann – Kehrer, Naldo, Nastasic – Schöpf, Goretzka, Meyer, Oczipka – Harit (90. Caligiuri), Burgstaller, Pjaca (76. Teuchert)

VfL Wolfsburg: Casteels – Jung, Bruma, Knoche, Tisserand (61. William) – Mehmedi, Guilavogui (80. Osimhen), Arnold, Gerhardt (71. Didavi), Malli – Origi

Tor: 0:1 Burgstaller (10.)

Gelbe Karten: Oczipka, Naldo, Burgstaller / Mehmedi, Arnold, William

Zuschauer: 50.600 am Mittwochabend in der Veltins-Arena

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)