Heimdebüt misslingt – Bayer Leverkusen das bessere Team

Wolfsburg. Der erhoffte Befreiungsschlag unter Bruno Labbadia ist ausgeblieben. Vor 24.354 Zuschauern in der VW-Arena unterlag der VfL Wolfsburg dem Tabellenfünften Bayer Leverkusen mit 1:2 (0:1). Die Wölfe hatten am 25.Spieltag über weite Strecken kaum Torchancen und lagen nach Treffern von Lucas Alario per Foulelfmeter (30.) und Julian Brandt (77.) leistungsgerecht mit 0:2 zurück. Im direkten Gegenzug mit der besten VfL-Kombination flackerte durch das Tor von Admir Mehmedi (79.) noch einmal Hoffnung auf, doch die Wölfe konnten auch in der Schlussphase kein Übergewicht mehr erzielen.

VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia hatte zwei Veränderungen im Vergleich zum Spiel in Mainz vorgenommen. Nach Gelbsperre rückte Maximilian Arnold wieder für Riechedly Bazoer in die Startformation und Admir Mehmedi bekam gegen seinen Ex-Club den Vorzug vor Yunus Malli.

Auf der Gegenseite verzichtete Gästetrainer Heiko Herrlich vorerst auf die Dienste von Julian Brandt und Leon Bailey und setzte neben Kai Havertz und Kevin Volland auch auf den ehemaligen Eintracht-Spieler Karim Bellarabi.

Die Gäste zeigten sich von Beginn an als das spielstärkere Team. Sie wirkten wesentlich kombinationssicherer und entwickelten auch Torgefahr. Nach wenigen Sekunden hätte ein Durchbruch von Lars Bender über die linke VfL-Seite schon fast zur Führung der Gäste geführt. Immer wieder kam die Bayer-Elf über gelungene Pressingsituationen in den Ballbesitz. Die Wölfe ihrerseits defensiv auch gut organisiert und kompakt hatten es sehr schwer, einen geordneten Angriff aufzuziehen, da sie letztlich doch immer wieder zur Überwindung der gegnerischen Pressinglinien zu langen Bällen gezwungen worden. Die starke Innenverteidigung um Sven Bender und Jonathan Tah ließ bei solchen Anspielen auf Divock Origi nichts zu und hatte ein leichtes Spiel.

So blieben die großen Chancen aus. Lediglich Kevin Volland (9.) und Lucas Alario (16.) mit einem Kopfball näherten sich dem Tor an. Maximilian Arnold (16.) mit einem 25 Meter-Distanzschuss setzte ein erstes Ausrufezeichen für den VfL.

Nach Foul von Arnold an Kai Havertz gab es in der 29. Minute einen korrekten Foulelfmeter. Die Leverkusener hatten sich wieder in Position gebracht und das Foul war unstrittig. Lucas Alario ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte sicher (30.). Daniel Didavi und Josip Brekalo hatten noch eine gute Umschaltsituation konnten diese aber wiederholt nicht gut genug ausspielen (36.). So blieb es bei der verdienten Pausenführung der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste mit viel Spielwitz und Entschlossenheit aus der Kabine, der VfL mit Robustheit und Härte. Das führte zu mehreren Verwarnungen, die teils unnötig waren oder aus der spielerischen Not entstanden. Charles Aranguiz (51.) traf die Latte und Julian Baumgartlinger`s Schuss wurde gerade noch geblockt (52.). Der VfL reagierte weiterhin mit Härte. Maximilian Arnold trat heftig zu und war mit Gelb noch gut bedient. (67.) Zaghafte Schüsse von Divock Origi (60.) und Daniel Didavi (75.) waren als Chancen kaum wahrnehmbar. Die Gäste hingegen waren weiter auf der Suche nach den hundertprozentigen Tormöglichkeiten. In der 77. Minute entschied der eingewechselte Ex-Wolf Julian Brandt die Partie. Nach einem schönen Doppelpass mit Alario setzte er kurz vor Koen Casteels mit dem rechten Fuß einen Lupfer an und traf sehenswert.

Wer nach dem sofort folgenden Anschlusstreffer von Admir Mehmedi (79.) einen Sturmlauf der Wölfe erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der Treffer selber war die Folge der besten VfL-Kombination über Mehmedi, Didavi und dem eingewechselten Landry Dimata. Danach war die Bayer-Elf wieder hellwach und ließ nichts mehr zu. Daran hatte dann auch noch Stefan Kiessling in seinem 400. Bundesligaspiel erheblichen Anteil, als er immer wieder die Bälle für sein Team sicherte.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Bruma, Knoche, William – Guilavogui, Arnold (82. Bazoer)– Brekalo (66. Malli), Didavi, Mehmedi – Origi (72. Dimata)

Bayer 04 Leverkusen: Leno – L. Bender, S. Bender (46. Jedvaj), Tah, Wendell – Baumgartlinger (88. Kießling), Aranguiz – Bellarabi (67. Brandt), Havertz, Volland – Alario

Tore: 0:1 Alario (31./ FE), 0:2 Brandt (78.), 1:2 Mehmedi (79.)

Gelbe Karten: Verhaegh, Didavi, Knoche, Arnold, Bazoer / –

Gelb-Rote Karte: William (90.+1)

Zuschauer: 24.354 am Samstagnachmittag in der Volkswagen Arena

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)