Löwen besiegen Rockets aus Erfurt – Dennis Nawrocki macht den Unterschied

Braunschweig. Was war das für ein Spiel? Vor 2.862 Zuschauern in der VW-Halle schafften die Basketball Löwen einen enorm wichtigen Sieg mit 82:68 (34:38) gegen die Rockets aus Erfurt und vergrößerten den Abstand auf die Abstiegsränge auf acht Punkte plus dem gewonnenen Direktvergleich gegen den weiterhin stagnierenden Tabellenvorletzten.

In der ersten Halbzeit stockte den Zuschauern teilweise der Atem aufgrund der vielen leichten Fehler auf beiden Seiten. Die Gäste glänzten mit Ballverlusten (insgesamt 19 Turnover) und die Löwen verfehlten elf Dreierversuche. Auch aus der Nahdistanz blieben mit Ausnahme von Scott Eatherton und Bazou Koné alle weiteren Spieler deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Viele freie Würfe wurden auf beiden Seiten vergeben, so dass die Löwen eine 14:11-Führung ins zweite Viertel nahmen. Hier hatten sie nach dem Ausgleich einen 8:0-Lauf und waren erstmalig mit 22:14 sicher vorn. Doch die Unzulänglichkeiten gegen keineswegs überragend auftretene Rockets in ihrer Achterrotation führten zu einem Halbzeitrückstand von 34:38. Scott Eatherton hatte die Löwen mit 16 Punkten im Spiel gehalten und überzeugte erneut mit einem Double-Double (24 Punkte / 12 Rebounds). Die Rockets trafen starke sechs von zehn Dreiern und zeigten hier ihre Stärke.

Beim Stande von 34:40 hatten zwei weitere Dreier der Löwen ihr Ziel verfehlt. Auch Nemanja Jaramaz, der die komplette erste Halbzeit nicht eingesetzt wurde, traf nicht und wurde gegen seine ehemaligen Kameraden für die er im Hinspiel noch 20 Punkte erzielt hatte, nur knapp drei Minuten eingesetzt. Die Zuschauer rauften sich die Haare. Setzte sich das Team zu sehr unter Druck? Hatten sie den Gegner unterschätzt? Doch plötzlich konnten sie den Schalter umlegen. Erst DeAndré Lansdowne und dann Thommy Klepeisz mit jeweils zwei Dreiern holten die Führung zurück. Tim Schwartz und Dennis Nawrocki trafen ebenfalls, so dass der Mut belohnt wurde trotz der schwachen Wurfquote weiter freie Wurfchancen vom Perimeter zu erspielen. Erstaunlich war, dass die Löwen mit weiteren zwölf Versuchen im dritten Viertel ihre Quote unbedingt verbessern wollten. Was ihnen in dieser Phase auch gelang. Das abschließende Viertel begann mit einem spektakulären Dunking von DeAndré Lansdowne, der einen weiteren Turnover der Gäste ausnutzte. In der Folge schien das Spiel beim Stande von 67:57 vorentschieden. Doch nicht in diesem wechselhaften Spiel. Die Gäste verkürzten nochmal auf 67:64 und der Heimsieg schien wieder in Gefahr zu geraten. Doch genau in dieser Phase traf Dennis Nawrocki nervenstark und entschied das Spiel für die Löwen. Mit seiner Karrierebestleistung von 14 Punkten in elf Spielminuten überragte er nicht nur mit seiner Mentalität und couragierten Defensivarbeit, sondern vor allem auch mit seiner Treffsicherheit. Mit Sicherheit eine auch für ihn persönlich überragende Momentaufnahme, wenn man bedenkt, dass er vor Saisonbeginn noch nicht zum Kader gehört hatte und erst durch den verletzungsbedingten Ausfall anderer Akteure nachgemeldet wurde. Chapeau, eine bemerkenswerte Geschichte!

Viertel im Überblick: 14:11, 20:27, 24:14, 24:16;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): „Das war ein ganz wichtiges Spiel heute und wir wussten, dass es kein schönes Spiel wird. Wir haben Erfurt die letzten Wochen gut gescoutet. Sie spielen intensiv und haben die Chance, die Klasse zu halten. Wir wussten, dass das hier heute eine große Chance für sie war, gegen uns zu punkten. Meine Spieler haben auch um die Bedeutung des Spiels gewusst, aber wir sind in der zweiten Halbzeit relativ gut mit dem Druck umgegangen. Kompliment vor allem an Dennis Nawrocki, der heute ein wichtiger Faktor in unserem Spiel war, er hat seine Chance genutzt. Wir haben jetzt einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Wir werden jetzt sehen, ob wir uns neue Zwischenziele setzen, wir wollen auf jeden Fall noch mehr Spiele gewinnen.“

Ivan Pavic (Rockets): „Glückwunsch an Frank und seine Mannschaft. Sie haben sich den Sieg verdient, vor allem auf Grund der zweiten Halbzeit. Wir haben uns insgesamt 19 Turnover erlaubt, auch wenn die teilweise durch die gute Defense der Braunschweiger erzwungen worden sind. Außerdem haben wir in der zweiten Halbzeit 48 Punkte kassiert, das ist viel zu viel, so gewinnst du auswärts in der Bundesliga als Underdog selten ein Spiel. Braunschweig hat es geschafft, mehrere Schlüsselspieler von uns aus dem Spiel zu nehmen, das hat uns extrem weh getan.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki 14, Ebert n.e., Figge n.e., Lansdowne 18 (7 Rebounds, 3 Ballgewinne), Janavicius 2 (4 Assists), Klepeisz 8 8 (10 Assists), Alte, Jaramaz, Schwartz 4, Koné 12 (6 Rebounds, 3 Ballgewinne), Eatherton 24 (12 Rebounds), Lagerpusch.

Rockets:
Obasohan 16 (7 Rebounds, 5 Assists, 5 Ballgewinne), Taylor 4, Schmidt, Wimberg 8, Richter 8, Lesic 16 (8 Rebounds), Obst 8 (4 Assists), Dizdarevic n.e., Stanic 8 (9 Rebounds).