Nur ein 2:1-Erfolg gegen Absteiger Karlsruher SC

Der letzte Spieltag in der 2. Bundesliga sollte aus Sicht von Eintracht Braunschweig vor allem zwei Geschichten erzählen. Zum einen die von der Wiedergutmachung der auch heute noch unerklärlichen Leistung beim 0:6 in Bielefeld, und zum anderen die vom Fußball-Märchen, das manchmal eben doch wahr wird. Doch aus beiden wurde nichts. Zwar gewannen die Löwen ihr Heimspiel gegen den Absteiger Karlsruher SC mit 2:1, doch von einer überzeugenden Leistung waren die Löwen doch zu sehr entfernt. Und das hätte nicht gereicht, wenn Hannover in Sandhausen verloren hätte. Was sie nicht haben (1:1 in Sandhausen).
Doch bevor wir zum Spiel kommen, ist ein erstes Fazit zur Saison angemessen und gerechtfertigt. 66 Punkte, Tabellendritter hinter den beiden großen Favoriten Stuttgart und Hannover, das ist aller Ehren wert. Das durfte man so zu Saisonbeginn nicht erwarten. Das erklärte Saisonziel, Top 25 in der Bundesliga (also 1. und 2. zusammen), wurde übertroffen. Fußballherz, was willst du mehr?

Wer jedoch genauer hinschaut, der sieht auch, dass die Eintracht in dieser Saison auch vom Glück lebte. Wirklich überzeugende Spiele sahen die Fans kaum. Eintracht mangelte es an Spielkultur, ein Denker und Lenker fehlte vom ersten bis zum letzten Spieltag.

Und das sah man auch in der Partie gegen den KSC. Der seit Wochen feststehende Absteiger spielte in der Löwenstadt auf Augenhöhe, hatte 13 teilweise 100-prozentige Chancen, scheiterte aber ein ums andere Mal am Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic.

Der Tabellendritte ging bereits in der zweiten Minute in Führung und ließ damit die Hoffnungen der 22.000 Zuschauer aufflammen. Julius Biada platzierte einen Freistoß von links genau auf Kumbela, der ungehindert im Strafraum zu einem seiner gefürchteten Kopfstöße kam.  Trainer Torsten Lieberknecht hatt eine offensive Elf geschickt, die unter Beweis stellen wollte, dass die Niederlage in Bielefeld nur ein Ausrutscher war.

Er hatte wohl nicht damit gerechnet, die die Gäste aus Baden nicht gekommen waren, um sich nur hinten reinzustellen. Die wussten mit den freien Räumen durchaus etwas anzufangen und schafften schon in der 15. Minute durch Thoelke den Ausgleich. Eine Situation, in der die Braunschweiger Defensive mal wieder nicht sehr glücklich agierte.

Danach fielen die Löwen in den alten Trott zurück. Statt schnell und druckvoll die 5er-Abwehrreihe auszuhebeln, ging es im Spielaufbau behäbig und zu breit angelegt zu. Statt direkte Pässe lange Bälle, die allesamt zu ungenau waren, um zu gefährlichen Situationen führen zu können.

Zwischen der 22. und 27. Minute „schwammen“ die Löwen ziellos umher und konnten sich bei Fejzic und Reichel bedanken, die beste Chancen der Gäste zunichte machten. Doch ab der 33. Minute ging es bei Eintracht wieder bergauf. In der 34. Minute erzielte Biada das 2:1 und wenig später drosch Boland den Ball an die Latte. Ken Reichel nahm den zweiten Ball, verfehlt aber das Tor. Es brannte wieder „in der Hütte“. Leider nur kurz. Kurz vor der Halbzeitpause waren es wieder die Badenser, die zweimal den Ausgleich auf dem Fuß hatten.

So richtig spannend wurde es nach dem Wechsel nur noch einmal. Als die Zuschauer mitbekommen hatten, dass Hannover gegen Sandhausen zurücklag, sprang der Funken vom Publikum auf den Rasen über. Doch es war nicht spielerische Überlegenheit, die die Löwen in die Waagschale warfen, sondern eher die Brechstange. Allerdings fanden Reichel und Co keine Stelle zum Ansetzen.

Hernandez, der in der 61. Minute für Nyman kam, wirkte genauso übermotiviert  wie Tietz, der in der 77. Minute für den glücklos agierenden Abdullahi kam. Lediglich Hochscheidts Einwechselung in der 64. Minute für Sauer, der offensiv gute Szenen hatte, defensiv aber nicht im Bilde war, zeigte Erfolg. Für ein weiteres Tor reichte aber auch das nicht.

Zum Ende hin dann ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht warf nun alles nach vorn, kam auch zu Chancen, in der 88. Minute ein typischer Reichel-Distanzschuss, in der 90. ein sehenswerter Tietz-Kopfball. Aber die Gäste hatten in der gleichen Zeit gleich vier hochkarätige Möglichkeiten. Zweimal Yann, einmal Zawada und Yamada haten den möglichen Ausgleich auf dem Fuß. Doch es blieb beim etwas glücklichen 2:1-Erfolg gegen den Absteiger.

Ein Spiel, das, wenn man es genau nimmt, keine Hoffnungen schürt, dass die Löwen gegen den scheinbar übermächtigen Relegationsgegner VfL Wolfsburg eine Chance haben könnten. Torsten Lieberknecht sah es ähnlich: „Einerseits der Erstligist mit einem Wert von 120 Millionen Euro, und andererseits wir mit 20 Millionen, was soll man da sagen?“ Auf die Frage, wo die Chance für seine Mannschaft läge, antwortete er wie aus der Pistole geschossen: „Weil sie es verdient hat!“

Irgendwie hat er Recht, irgendwie aber auch nicht. Am Donnerstag werden die Löwen beweisen müssen, ob die Löwen tatsächlich die Könige der Tiere sind, oder ob es doch die Wölfe sind, die den Ton angeben.

Nach dem Spiel äußerte sich Mirko Boland:

Die beiden Trainer gaben folgende Kommentare in der Pressekonferenz ab:

Natürlich wird die RUNDSCHAU von beiden Relegationsspielen berichten. In der Printausgabe der RUNDSCHAU werfen wir dann noch einen Blick hinter die Kulisssen. Die Ausgabe erscheint am 27. Mai.