Offensivspektakel beim VfL – Zweimaliger Videobeweis führt zum siebten Remis in Folge

Wolfsburg. In einem ereignisreichen Sonntagabendspiel am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga trennte sich der VfL Wolfsburg mit einem 3:3 (2:1) von Hertha BSC Berlin. Die 25.214 Zuschauer in der VW-Arena erlebten ein Wechselbad der Gefühle und durchlebten den Fußball in seiner Reinkultur. Zwei aberkannte VfL-Tore, ein verschossener Foulelfmeter und eine zweimalige Führung trotz Rückstand nach 16 Sekunden waren die Dramaturgie dieser Begegnung.

Schon die Aufstellung ließ erahnen, dass am heutigen Tage mit geballter Offensivpower der erste Ligasieg unter VfL-Coach Martin Schmidt eingefahren werden sollte. Wie schon in der November-Printausgabe vermutet, wurden Divock Origi, Mario Gomez, Yunus Malli und Daniel Didavi im Offensivverbund aufgestellt. John-Anthony Brooks spielte mit Robin Knoche in der Innenverteidigung, da Felix Uduokhai kurzfristig ausgefallen war.

Doch sämtliche Pläne waren bereits nach wenigen Sekunden über den Haufen geworfen. Ein Fehler im Aufbauspiel der Wölfe wurde von den Berlinern sofort eiskalt ausgenutzt. Lazaro bediente Ibisevic und der traf zum 0:1 (1.). In der Folge wurde es dramatisch und auch bitter für den VfL! Einen Freistoß von Didavi verlängerte Brooks, doch vom Pfosten trudelte der Ball parallel zur Torlinie und wurde mit vereinten Kräften von Gomez und Knoche über die Linie gedrückt. Doch per Videobeweis (5.) wurde der Treffer wieder aberkannt. In der 20. Spielminute wurde Didavi im 16m-Raum von Skjelbred umgerissen, den fälligen Foulelfmeter knallte Mario Gomez an die Querlatte. Der dritte verschossene Elfmeter der Wölfe in den vergangenen Spielen. Wahrscheinlich wird der ehemalige Augsburger Elfmeterschütze Paul Verhaegh in nächster Zeit diese Aufgabe zugesprochen bekommen. Doch die Wölfe marschierten weiter und Yunus Malli zeigte (27.) über welche Durchsetzungskraft er verfügt. Er eroberte einen abgewehrten Ball und schloss erfolgreich ab. Doch erneut griff der Videoassistent ein und stellte ein Abseitsstellung von Didavi heraus, der den Ball auch noch leicht abgefälscht hatte. Eine Reihe von Rückschlägen, die dennoch nicht zum Nachlassen der Spielfreude führten. Kurz vor der Halbzeit belohnte sich das engagierte und nie aufsteckende VfL-Team. Erst griff Origi eine Flanke von Marcel Tisserand auf, die von den Berlinern nur unzureichend geklärt worden war, und flankte seinerseits präzise auf Yunus Malli, der überlegt zum umjubelten Ausgleich einköpfen konnte (40.). Kurze Zeit später war der Doppelschlag perfekt. Einen weiten Schlag von Brooks konnte Didavi kontrollieren und bediente Gomez mustergültig. Der VfL-Stürmer umkurvte den herauseilenden Hertha-Keeper und vollstreckte im Stile eines Torjägers zur Pausenführung (42.).

Der Berliner Ausgleich nach der Pause (52.) war absolut vermeidbar. Ein Freistoß aus dem Halbfeld von Marvin Plattenhardt erreichte den Berliner Innenverteidiger Rekik, der seinen Vorgänger Brooks übersprang und per Kopf zum Ausgleich traf. Die Reaktion der Wölfe blieb nicht lange aus. Eine Kombination des VfL-Offensiv-Quartetts führte zu einer Ecke, die nach Verlängerung von Mario Gomez von Origi mit dem Oberkörper zur erneute Führung verwandelt werden konnte (60.). Beide Teams waren fortan um mehr Kontrolle bemüht und weitere Großchancen blieben aus. Das rächte sich für den VfL! Die Berliner wechselten offensiv und kamen durch Davie Selke nach guter Kombination über das Zentrum noch zum Ausgleich (83.).

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Knoche, Brooks, Tisserand – Guilavogui, Arnold – Malli, Didavi, Origi (83. Blaszczykowski) – Gomez

Hertha BSC: Jarstein – Pekarik (55. Esswein), S. Langkamp, Rekik, Plattenhardt – Stark (28. Maier), Skjelbred – Weiser, Lazaro, Kalou (67. Selke) – Ibisevic

Tore: 0:1 Ibisevic (1.), 1:1 Malli (41.), 2:1 Gomez (44.), 2:2 Rekik (53.), 3:2 Origi (60.), 3:3 Selke (83.)

Gelbe Karten: Tisserand / Skjelbred

Besonderes Vorkommnis: Gomez schießt Foulelfmeter gegen Latte (20.)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Görlitz)

Zuschauer: 25.214 am Sonntagabend in der Volkswagen Arena