Eintracht – Torsten Lieberknecht einig mit Union Berlin?

Heute meldeten die BILD und die Berliner Zeitung, dass Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht und Union Berlin Einigkeit über eine Zusammenarbeit ab der Saison 2018/19 erzielt hätten. Damit würden die Gerüchte bestätigt, die seit Tagen in Braunschweig die Runde machen. Eintracht Braunschweigs Pressesprecherin Denise Schäfer hat die Angaben der Berliner Journalisten allerdings dementiert und auf die Aussage Lieberknechts verwiesen, der sagte, er sei  in Braunschweig, er bleibe in Braunschweig und er würde für die Eintracht brennen. Allerdings tendiert die Halbwertzeit solcher Aussagen im Fußballgeschäft gen Null.

Nach der erfolglosen Relegation gegen Wolfsburg hat sich Eintracht Braunschweig nicht neu aufstellen können. Das erklärte Saisonziel, um den Aufstieg mitspielen zu wollen, kann bereits heute als gescheitert bezeichnet werden. Spielerisch haben sich die Löwen nicht weiter entwickelt. Magerkost steht stattdessen auf dem Programm. Besserung nicht in Sicht. Wo die Gründe im Detail liegen, darüber kann nur spekuliert werden. Als sicher darf gelten, dass es um die Chemie zwischen Manager Arnold und Lieberknecht nicht gut bestellt ist. Ob und in wie weit das Präsidium hierbei eine relevante Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt.

Keine klaren Ziele

Klare Zielvorgaben seitens der Verantwortlichen hat es in den vergangenen Spielzeiten nicht gegeben. Jeder Gegner war quasi ein erklärter Aufstiegskandidat und die Verpflichtungen waren eher Seitwärtsbewegungen denn Fortschritte. Hierfür sind eben auch das Präsidium und der Manager verantwortlich. Gut möglich, dass Torsten Lieberknecht keine Chance mehr gesehen hat, in Braunschweigs noch Großes bewegen zu können.

Grundsätzlich darf aber auch festgehalten werden, dass dieser Vorgang alles in allem normal ist. Nach zehn Jahren gedeihlicher Zusammenarbeit, was in der Bundesliga als überdurchschnittlich lang betrachtet werden darf, hat sich die Kreativität und Effizient der Strukturen verschlissen. Das ist jeder Klub gut beraten, Impulse zu setzen. Genau das bahnt sich jetzt eben auch in Braunschweig an.

Mehr Transparenz wäre positiv

Doch bevor jetzt alle Welt ins Fabulieren verfällt, bleibt abzuwarten, wann der Klub öffentlich bekannt gibt, dass die Zusammenarbeit nicht fortgesetzt wird. Und wenn dem so ist, darf gefragt werden, warum man nicht mit offenen Karten spielt? In der Öffentlichkeit ist sich die große Mehrheit einig darüber, dass in Braunschweig etwas passieren muss. Und wenn frühzeitig bekannt ist, dass der Trainer geht, dann könnten auch alle Spieler sich neu orientieren. Erst recht jene, deren Vertrag im Sommer ausläuft. Das ist business as usual. Alles im stillen Kämmerlein, hinter verschlossenen Türen, regeln zu wollen, bringt keinen Vorteil.

Natürlich hat Torsten Lieberknecht Großes für die Eintracht geleistet. Dafür danken wir dem kleinen Derwisch an der Außenlinie von ganzem Herzen. Und ein Neubeginn ist dann ein Neubeginn, wenn auch weitere Strukturen neu ausgerichtet werden. Geht es nach vielen Fans, dann sollte auch Manager Arnold gehen. Das ist hart, aber konsequent. Und wer den Erfolg sucht, der muss bereit sein, konsequent zu handeln.