VfL bleibt unter Martin Schmidt ungeschlagen

Leverkusen. Nach drei Unentschieden sollte es für den VfL in der BayArena vor 29.104 Zuschauern den ersten Auswärtssieg am achten Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison geben. Doch nach zweimaligem Rückstand mussten sich die Wölfe mit einem 2:2 (1:1) zufrieden geben, obwohl der eingewechselte Victor Osimhen kurz vor Schluss (88.) die Entscheidung auf dem Fuß hatte.

Die Wölfe starteten in Leverkusen im Vergleich zum letzten Heimspiel mit nahezu unveränderter Startformation. Lediglich Yannick Gerhardt rückte nach überstandener Verletzung wieder auf seine angestammte Position in der linken Viererkette.

In der Anfangsphase tasteten sich beide Teams ab und außer zweier Standardsituationen, die ausgeführt von Maximilian Arnold auf VfL-Seite und Lucas Alario bei Bayer04 nichts einbrachten, hatte die Partie noch kein Tempo aufgenommen. Nach 13 Minuten deutete sich die Marschroute der Gastgeber der ehemalige VfLer Julian Brandt passte auf den rechts einlaufenden Leon Bailey, der aber seinen ersten Kontakt technisch nicht sauber ausführte. Ansonsten wäre hier schon die Führung möglich gewesen. Der VfL hatte hingegen offensiv wenig anzubieten, lediglich in der 19. Minute eine Torannäherung, aber Ignacio Camacho und Divock Origi verpassten die Freistoß-Eingabe von Maximilian Arnold.

Ab der 20. Minute übernahmen die Gastgeber das Kommando. Beginnend mit einer Doppel-Chance der Bender-Zwillinge als der VfL nach einer Ecke von Leon Bailey keinen Zugriff auf seine Gegenspieler bekam, begann die Zeit der Drucksituationen, die von Bailey über die linke VfL-Seite herbeigeführt wurden. Hier fehlte es oft an der defensiven Unterstützung für Yannick Gerhardt. In der 25. Minute konnte dieser erfolgreich gestellt werden, wartete aber mit einem überraschenden Außenriss-Schuss aus dem Stand auf, der Koen Casteels zu einer Glanzparade zwang. Bayer04 gewann nun häufig die abgewehrten zweiten Bälle und kamen nach einer weiteren Chance von Kevin Volland (28.) in der 29. Minute zur verdienten Führung. Wieder sahen die Wölfe beim Verteidigen einer Ecke nicht gut aus, Divock Origi hatte sie unglücklich verlängert und Lars Bender vollendete im Zusammenspiel mit Panagiotis Retsos, der den Ball gut abgeschirmt hatte. Die Druckphase der Gastgeber hielt an, aber weder Lucas Alario noch der nach einer erneuten Ecke völlig freistehende Lars Bender konnten erhöhen.

Mit dem ersten Torabschluss (38.) von Josuha Guilavogui kam der VfL besser ins Spiel. Nach einem weiteren Schuss von Maximilian Arnold (40.) setzten die Wölfe nach. Ignacio Camacho eroberte im Zweikampf den Ball, obwohl er gelbwürdig gefoult worden war, und leitete ihn zu einer Dreifach-Chance weiter. Doch die Abschlüsse von Josuha Guilavogui, Maximilian Arnold und Yunus Malli konnten allesamt abgeblockt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte man das Gefühl Divock Origi wäre überhaupt nicht im Spiel, spätestens seine Flanke hinter das Tor verstärkte diesen Eindruck (42.). Doch dann die Explosion des VfL-Stürmers nach Flanke von Verhaegh konnte er weder von Jonathan Tah noch Lars Bender am wuchtigen Kopfball gehindert werden und traf zum Ausgleich noch vor der Pause (44.).

Nach der Pause waren zunächst wieder die Gastgeber besser im Spiel. Julian Brandt (52.) testete Koen Casteels mit einem Linksschuss. Erst nach zehn Minuten waren die Wölfe wieder besser im Spiel. Divock Origi ließ eine aussichtsreiche Schussposition aus (55.), nachdem er von der rechten Seite in den Strafraum eindrang. Kurze Zeit später auf der anderen Seite, doch sein Rückpass wird von Wendell glücklich geklärt. Der Wolfsburger Stürmer war nun wesentlich präsenter und dominanter im Spiel. In der 61. Minute die erneute Führung der Leverkusener als Lucas Alario nach feiner Vorarbeit von Wendell sicher verwandelte. Die Wölfe wurden offensiver und brachten Daniel Didavi für den defensiveren Josuha Guilavogui. Das zahlte sich aus. Didavi mit hervorragendem Pass auf „Kuba“ Blaszczykowski, der sich im Zentrum gegen Lars Bender durchsetzte und überlegt zum erneuten Ausgleich vollstreckte (69.). Der VfL blieb weiter anfällig bei Standardsituationen und hatte Glück bei Chancen von Leon Bailey (79.) und dem eingewechselten Julian Baumgartlinger.

In der 88. Minute ist der eingewechselte Victor Osimhen frei vor Bayer-Torwart Leno und hätte den Lucky-Punch setzen können, doch dem jungen Angreifer versagen die Nerven.

Es war heute in beide Richtungen alles möglich. Beide Mannschaften mit guten Offensivaktionen, aber auch mit Fehlern im Defensivverhalten. Die Wölfe verteidigten höher als in den vergangenen Spielen und versuchten die Heimmannschaft frühzeitig zu langen Bällen zu zwingen, was auch einige Balleroberungen einbrachte.

Am kommenden Sonntag, den 22. Oktober um 18.00 Uhr stellt sich die TSG Hoffenheim in der VW-Arena vor und alle VfL-Fans hoffen auf den ersten Sieg unter Martin Schmidt!

Zahlen und Fakten zum Spiel:

Bayer 04 Leverkusen: Leno – Retsos, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr (74. Havertz), L. Bender (70. Baumgartlinger), Bailey, Brandt – Volland, Alario

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Tisserand, Uduokhai, Gerhardt – Camacho, Guilavogui (65. Didavi), Blaszczykowski (71. Dimata), Malli, Arnold – Origi (84. Osimhen)

Tore: 1:0 L. Bender (30.), 1:1 Origi (44.), 2:1 Alario (65.), 2:2 Blaszczykowski (69.)

Gelbe Karten: Kohr, L. Bender/ Uduokhai, Arnold

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 29.104 am Sonntagnachmittag in der BayArena