VfL chancenlos im Borussia-Park

Mönchengladbach. Zum Auftakt des 31. Spieltages war das Spiel der Wölfe bei Borussia Mönchengladbach schon zur Pause entscheiden. Der VfL Wolfsburg unterlag am Freitagabend vor 47.797 Zuschauern im Borussia-Park mit 0:3 (0:3) und muss nun auf Patzer der Konkurrenten aus Freiburg und Mainz hoffen, damit sie nicht erstmalig in dieser Saison auf den Relegationsplatz abrutschen. Die Treffer für die Gastgeber erzielten Lars Stindl (8.) , Raffael (35.) und Christoph Kramer (44.).

VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia ist um die gegenwärtige Situation nicht zu beneiden. Denn mit Josuha Guilavogui und Ignacio Camacho waren die defensiven Stabilisatoren aufgrund ihrer muskulären Probleme nicht einsatzbereit und Felix Uduokhai hatte sich im Heimspiel gegen den FC Augsburg die Gelb-Rote-Karte eingehandelt. Somit gab es erneut Handlungsbedarf in der Startelf. Mit John-Anthony Brooks kehrte ein Langzeitverletzter in die Dreierkette zurück und auch Jakub Blaszczykowski nahm erstmals wieder auf der Bank Platz.

Doch schon nach wenigen Spielminuten war der Matchplan der Wölfe über den Haufen geworfen. Aus einer sicheren und kompakten Defensive wollten sie ihr eigenes Spiel durchsetzen und mehr Torgefahr als zuletzt ausstrahlen. Unglücklich sprang der Ball von Riechedly Bazoer nach einer Kombination der Borussia auf der rechten Seite direkt zu Lars Stindl (8.), der den Ball fulminant ins kurze Eck verwandelte. Koen Casteels war in dieser Situation chancenlos konnte sich aber im weiteren Verlauf des Spiels noch mehrfach auszeichnen.

Die Gladbacher gewannen durch die frühe Führung an Selbstvertrauen, während die Wölfe in Person von John-Anthony Brooks mit Härte reagierten. Doch durch seine frühe Verwarnung nach einem unnötigen Foul an Lars Stindl (13.) geriet der Innenverteidiger schnell in den Grenzbereich eines möglichen Feldverweises und wurde von Labbadia schon nach 29 Spielminuten durch Marcel Tisserand ersetzt.

Bezeichnender Weise stellte der Wolfsburger Cheftrainer mit dem Wechsel auch gleich taktisch um, damit in der defensiven Zentrale mehr Druck auf die Gastgeber ausgeübt werden könnte. Doch auch die Umstellung sollte nicht die Lösung sein. Nachdem Koen Casteels gegen Lars Stindl (26.) prächtig reagiert hatte, konnte er zwar noch den Ball von Jonas Hofmann entschärfen, der sich zu leicht gegen William durchgesetzt hatte, war aber gegen den Schuss von Raffael (35.) machtlos.

Doch es sollte noch heftiger und kurioser für den VfL kommen! Erneut blieb William gegen Hofmann nur zweiter Sieger und foulte an der Strafraumgrenze. Da direkte Freistöße keiner weiteren Freigabe durch den Schiedsrichter bedürfen, schoss Christoph Kramer den Ball, noch während der Wolfsburger Planungen eine Mauer zu stellen, ins leere Tor (44.). Koen Casteels dirigierte vom Pfosten, Yunus Malli stand neben dem Ball und kein Wolfsburger war vor dem Ball.

Allgegenwärtig sind sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Spielern wohl die Situationen, wenn der Schiedsrichter seine Sprühflasche nimmt und den genauen Abstand der Mauer bestimmt. Hier hatte Schiedsrichter Tobias Stieler den Ball vorzeitig freigegeben und das Spiel nicht unterbrochen. Sicher ein zusätzlicher Schock für schläfrige Wölfe, die auch in der zweiten Halbzeit offensiv fast nicht stattfanden. Riechedly Bazoer (52.) und Daniel Didavi (65.) mit Distanzschüssen wären hier zu nennen. Doch herausgespielte Torchancen gab es nicht!

Die Gladbacher taten auch nicht mehr als nötig, hätten aber in Person von Jonas Hofmann (66.) beinahe noch erhöht, als er im Tempodribbling die VfL-Abwehr schlecht aussehen ließ, aber an Koen Casteels scheiterte. Die Einwechselungen von Renato Steffen und Divock Origi verpufften an einem Abend, der wenig Hoffnung auf einen vorzeitigen Klassenerhalt der Wölfe machte. Sollte der Hamburger SV gegen den SC Freiburg gewinnen, erwartet die Wölfe im nächsten Heimspiel ein echter Abstiegskracher mit einem HSV, der aktuell möglicherweise die bessere Performance anbietet.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt – Zakaria (80. Traore), Kramer (85. Strobl) – Hofmann (80. Benes), Hazard – Stindl, Raffael

VfL Wolfsburg: Casteels – Jaeckel, Knoche, Brooks (29. Tisserand) – Verhaegh, Arnold, Bazoer (69. Steffen), William – Didavi – Dimata (74. Origi), Malli

Tore: 1:0 Stindl (8.), 2:0 Raffael (35.), 3:0 Kramer (44.)

Gelbe Karten: – / Brooks

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: 47.797 am Freitagabend im Borussia-Park