VfL fehlt das I-Tüpfelchen – Punkteteilung mit RB Leipzig

Wolfsburg. In der Schlussphase des Spiels am 16. Spieltag war vor 22.287 Zuschauern in der VW-Arena sogar noch mehr möglich als das 1:1 (1:0) gegen Rasenballsport Leipzig. Der Tabellenzweite dominierte lange Zeit das Geschehen war dennoch durch einen Foulelfmeter von Paul Verhaegh (15.) in Rückstand geraten. In der zweiten Halbzeit fiel der Ausgleich durch Marcel Halstenberg (52.).

Im Vergleich zum Spiel beim Hamburger SV nahm VfL-Cheftrainer Martin Schmidt eine Veränderung vor. Divock Origi rotierte erneut auf die Bank und wurde von Yannick Gerhardt auf dessen Position am offensiven Flügel ersetzt.

Ignacio Camacho (Sprunggelenksverletzung), Jakub Blaszczykowski (Aufbautraining) fehlten weiterhin verletzt und werden höchstwahrscheinlich erst im neuen Jahr wieder eingreifen. Marcel Tisserand (grippaler Infekt) fehlte erneut und ist seit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Im Vorfeld des Spiels sprach der VfL-Coach von einem Offensivspektakel, das zu erwarten wäre. Dennoch legte er das Augenmerk auf die Defensive, die letztendlich über Sieg und Niederlage nach seiner Meinung entscheiden würde.

Die Rasenballsportler waren gleich gut im Spiel und versuchten die Wölfe durch frühes Attackieren unter Druck zu setzen, was in der Anfangsphase auch gut gelang. Stefan Ilsanker (4.) mit einem Fernschuss nach Kombination über Naby Keita und Timo Werner (6.) nach verunglücktem Klärungsversuch von Josuha Guilavogui von der rechten Strafraumposition. Die Wölfe suchten noch nach der eigenen Initiative. Die erste gelungene Kombination über Paul Verhaegh und Yannick Gerhardt von der rechten Seite führte über Daniel Didavi Richtung Mario Gomez, der in drei Leipziger lief und den Elfmeter erzwang. Aus Erfahrung vergangener Situationen schoss nicht der Gefoulte, sondern erstmalig im VfL-Dress Paul Verhaegh. Sehr konzentriert verwandelte er souverän unten rechts und ließ RB-Keeper Peter Gulacsi keine Chance (15.).

Die Führung spielte den Wölfen in den Matchplan war man doch neben sämtlichen Offensivbemühungen und der versuchten Ballkontrolle gegen einen sehr emsig immer wieder anlaufenden Gast aus Leipzig sehr auf das konsequente Defensivspiel vorbereitet. Die Gäste mit vereinzelten Chancen waren nicht zwingend genug oder ließen die Genauigkeit im letzten Drittel zum Glück für den VfL vermissen. Die Defensive der Wölfe arbeitete gut, so dass die Innenverteidiger John-Anthony Brooks oder Felix Uduokhai mit Unterstützung von Josuha Guilavogui und Maximilian Arnold im Zentrum immer wieder einen Fuß dazwischen bekamen. Die Wölfe taten zu wenig, um sich mehr Entlastung zu schaffen. Mario Gomez, aber auch die anderen offensiv orientierten Spieler waren allesamt in der ersten Halbzeit kaum in Erscheinung getreten und hätte Dayot Upamecano nach einer Halstenberg-Flanke nicht den Kopf eingezogen, wäre der Ausgleich womöglich schon früher gefallen.

In der zweiten Halbzeit passierte es folgerichtig über Bruma und Ilsanker gelangte der Ball zu Yussuf Poulsen, der den Ball gut abschirmte und mit cleverer Körperbewegung in den freien, linken Raum auf Marcel Halstenberg spielte, der im Fallen zum verdienten Ausgleich verwandelte (52.). Die Wölfe reagierten und hatten ihrerseits durch Mario Gomez (56.) nach Vorarbeit von Yannick Gerhardt eine erste Offensivaktion. Die Gäste konnten ihre Ballkontrolle und aufwendige Laufarbeit bis zur 65. Minute aufrechthalten, danach entwickelte sich ein komplett anderes Spiel. Jetzt waren es die Wölfe, die auf den Sieg drängten und sich hochkarätige Chancen erspielten. Die beste Chance vergab Divock Origi, der für Mario Gomez ins Spiel gebracht wurde, als er in der 78. Minute nach abgefälschter Flanke von William den Ball falsch einschätzte und aus Nahdistanz das leere Tor nicht traf. Weitere Möglichkeiten folgten. Doch weder Daniel Didavi (83.) noch Yunus Malli (88.) war heute ein Treffer vorbehalten. In der Nachspielzeit sogar auch nochmal Turbulenzen vor dem Leipziger Tor. Doch der Ball wollte nicht mehr rein.

Der VfL muss sich vorwerfen lassen nach der Führung zu wenig für das Spiel getan zu haben, so dass es am Ende nicht mehr für den Lucky Punch reichte.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Brooks, Uduokhai, William – Guilavogui, Arnold – Gerhardt, Didavi (88. Osimhen), Malli – Gomez (66. Origi)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (82. Laimer), Konate, Upamecano, Halstenberg – Ilsanker, Keita – Kampl (88. Kaiser), Bruma (79. Demme) – Werner, Poulsen

Tore: 1:0 Verhaegh (15./FE), 1:1 Halstenberg (52.)

Gelbe Karten: Guilavogui, Didavi / Ilsanker, Halstenberg

Gelb-Rote Karte: Upamecano (90.+2)

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 22.827 Zuschauer in der Volkswagen Arena