VfL unterliegt im Kellerduell bei Werder Bremen

Bremen. Mit 3-1 (2-0) gewann die Heimmannschaft vor 38.062 Zuschauern im Weserstadion. Nur kurz nach der Pause flackerte beim VfL durch den Anschlusstreffer von Paul Verhaegh (49.) ein Hoffnungsschimmer auf. Ansonsten gewannen die Gastgeber durch Treffer von Ludwig Augustinsson (4.) und Florian Kainz (40., 73.) sicher und ungefährdet dieses richtungsweisende Spiel. Damit bleibt der VfL zwar auf dem 13. Tabellenplatz, doch die Ausgangsposition vor dem nächsten Heimspiel gegen Bayern München (Samstag, 17.Februar um 15.30 Uhr) hat sich weiter verschlechtert.

Im Vergleich zum Pokalspiel auf Schalke hatte VfL-Cheftrainer Martin Schmidt vier Veränderungen in seiner Startelf vorgenommen. Die defensiven Außenpositionen wurden mit Paul Verhaegh auf rechts und William auf links neu besetzt. In der Spitze bekam Victor Osimhen den Vorzug vor Divock Origi. Josip Brekalo ersetzte den verletzten Yannick Gerhardt (Sprunggelenk) auf der rechten offensiven Außenbahn. Auch Marcel Tisserand (Oberschenkel) fehlte verletzungsbedingt, so dass die Niederlage im Pokal doppelt schwer wog. Die Verletztenliste entwickelt sich damit auch zum Faktor für die verbleibenden Spiele, da die VfL-Verantwortlichen angesichts der teilweise noch längeren Ausfälle (Camacho, Brooks, Blaszczykowski) einzelner Akteure von einem dezimierten Kader sprechen. Zudem fehlte Daniel Didavi erkrankt.

Die Wölfe hatten sich laut Martin Schmidt vorgenommen, die Gastgeber mutig und hochstehend zu attackieren. Der Ballgewinn sollte so frühzeitig wie möglich erzielt werden. Doch nach einer ersten Kombination der Werderaner konnte Koen Casteels den Abwehrversuch nur noch hinter der Linie abfangen. Somit Eckball Werder – Zlatko Junuzovic von der linken Seite mit dem rechten Fuß scharf auf den ersten Pfosten und weder Admir Mehmedi noch Victor Osimhen konnten den heranrauschenden Ludwig Augustinsson am erfolgreichen Kopfball hindern. Die frühe Werder-Führung (4.) durchkreuzte die Pläne der Gäste und nahm ihnen den „ersten kleinen Mut“ wie es Martin Schmidt nach dem Spiel formulierte. Fortan nur noch wenig Entlastung für die Wölfe, die bei besserer Ballverarbeitung von Osimhen nach Pass von Maximilian Arnold (26.) vielleicht einen Torabschluss erreicht hätten. So aber spielte und drückte nur eine Mannschaft auf ein besseres Ergebnis und das war der Tabellenfünfzehnte Werder Bremen.

Auf den Außenbahnen setzten sich die Gastgeber wiederholt durch und sorgten immer wieder für Gefahr. Aron Johannsson vernaschte William und flankte auf Maximilian Eggestein (28.), der an Koen Casteels scheiterte. Nach einer weiteren Junuzovic-Ecke und einem Kopfball von Max Kruse rettete William auf der Linie (29.). Niklas Moisander traf nach einer Direktabnahme eines abgewehrten Balles die Querlatte (30.).

Das verdiente 2:0 fiel aber erst in der 40. Minute als Florian Kainz von der linken Seite nach Doppelpass mit Junuzovic nach innen zog und spektakulär mit einem wuchtigen, rechten Innenseitstoss traf.

Die Führung war aufgrund der gesamten Spielanlage und Einsatzbereitschaft sehr verdient. Maximilian Arnold sprach nach dem Spiel die Defizite klar an: „Es ist einfach nur schlecht wie wir die erste Halbzeit gespielt haben…Wer nicht wusste, um was es hier geht, der hat den Schuss nicht gehört…und als wir dann besser im Spiel waren, hauen wir uns so ein Ding wieder selber rein.“

Damit meinte er das entscheidende 3:1 (73.), das nach einem Ballverlust im Spielaufbau von Jeffrey Bruma von den Bremern relativ einfach in einer 4:2-Überzahlsituation ausgespielt werden konnte. Nach dem Ballgewinn von Eggestein passte Kruse auf Kainz, der mit genügend Zeit Koen Casteels von der linken Seite mit einem Beinschuss überwinden konnte.

Zuvor hatte Martin Schmidt offensiv gewechselt. Mit Divock Origi für Josuha Guilavogui auf ein 4-1-3-2-System umgestellt. Doch es sollte nicht mehr helfen, obwohl die Wölfe wesentlich besser in die zweite Hälfte gekommen waren. Gleich nach Wiederanpfiff hatte Osimhen (48.) eine sehr gute Chance und der im Nachschuss verwandelte Foulelfmeter von Paul Verhaegh (49.) hatte den Anschluss zum 2:1 gebracht. Der VfL hatte wesentlich mehr Spielanteile, doch Werder wehrte sich mit Kampf und Leidenschaft wie Thomas Delaney beim Block eines Schusses von Yunus Malli bewies (68.)

Diese Tugenden ließ der VfL in der ersten Halbzeit zumindest vermissen und stand nach 90 Minuten erneut mit leeren Händen da.

„In der Halbzeit ist es dann auch mal laut geworden und spätestens jetzt muss jeder erkennen, dass es fünf vor zwölf ist“, appellierte Martin Schmidt an die Mannschaft und forderte den Schulterschluss aller Wolfsburger Gremien ein, um eine ähnliche Situation wie in der letzten Saison zu vermeiden.

Zahlen und Fakten zum Spiel:

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – Bargfrede (57. Delaney) – Eggestein, Junuzovic (89. Ro. Bauer) – Johannsson (65. Gondorf), Kainz – Kruse

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Bruma, Knoche, William – Guilavogui (69. Origi), Arnold – Brekalo (69. Steffen), Malli, Mehmedi (78. Dimata) – Osimhen

Tore: 1:0 Augustinsson (4.), 2:0 Kainz (40.), 2:1 Verhaegh (49.), 3:1 Kainz (72.)

Gelbe Karten: Augustinsson / Guilavogui, Bruma, Steffen, Arnold, Verhaegh

Zuschauer: 38.062 am Sonntagabend im Weser-Stadion

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Nürnberg)