Wilder Westen auf dem Kirchberg

Sommertheater in Bortfeld

Wieder einmal gab es das legendäre Sommertheater in Bortfeld. Der Kirchplatz verwandelte sich diesmal in den Wilden Westen. Das Wetter spielte mit. Und jede Menge Laienschauspieler des Theaterkreises Bortfeld. Gespielt wurde „Boomtown“, ein Stück von Bärbel Röver. Ort der Handlung: Ein Saloon und Store im Jahre 1875. Bühnenbild und Kostüme waren stimmig, die Stimmen auch. Halt stopp! Die Stimmen auch?

Was sich leider bereits beim „Schwarzen Vogel“, dem Vorprogramm, liebevoll dargeboten von Jungschauspielern, drohend ankündigte, wurde bei „Boomtown“ zur Gewissheit: Die Tontechnik hatte arge Defizite. Schade, die Akteure auf der Bühne hätten es allemal verdient, durchgängig gehört zu werden. Sie gaben wieder einmal ihr Bestes. Ach was, sie gaben alles! Ihnen gebührt ein dickes Lob.

Auch, wenn die Voll-Playback-Darbietungen diversen Wild-West-Liedgutes einen Punktabzug bringt. „Der wilde, wilde Westen…“, von Truck Stop vor Jahren präsentiert, hätte prima umgetextet werden können. Schließlich fing der Wilde Westen an diesem Abend nicht hinter Hamburg an, wie die Cowboys damals in ihrem Song behaupteten, sondern auf dem Kirchplatz oder gleich hinter Braunschweig. Ein solch umgewandeltes Lied, vollmundig aus den Kehlen der munteren Truppe zu hören, wäre zünftiger gewesen. Aber mit den Tönen war es halt an diesem Abend so eine Sache. Da ist Luft nach oben.

Die Stimmung auf und vor der Bühne war dennoch super. Das ist ja auch die Hauptsache. Wer immer Perfektion erwartet, muss halt ins Staatstheater gehen. Rund 700 begeisterte Zuschauer spendeten verdienten Applaus.